Segla (640 m) / Senja / Norwegen

Segla, Hesten, Grytetippen, Skitour, Norwegen, Lappland,
Sieht auf den ersten Blick nicht unbedingt wie der perfekte Skiberg aus: die Segla von Bent's Lodge aus gesehen.

Touren-Spaß unter dem Polarlicht

 

 

Aller guten Dinge sind drei! Diesmal sollte bei unserer Reise nach Senja, zu der traumhaften Insel im Norden Norwegens alles so perfekt wie möglich sein.

Für unseren dritten Anlauf hatten wir vor allem deutlich mehr Zeit eingeplant, sowohl um die üblichen nordischen Wetterkapriolen in aller Ruhe auszusitzen, als auch um die tollen Ski- und Tourengebiete auf dem Weg nach Norden genießen zu können.

 

Es war die dritte Reise nach Senja. Und das aus gutem Grund: Vor zwei Jahren hatten wir mehr oder weniger zufällig diese zweitgrößte Insel Norwegens, hoch oben im Norden als Ski- und Tourengebiet für uns entdeckt. Doch anhaltende Schlechtwetter-Fronten, die wir in meinem dafür recht kleinen VW Passat ausgesessen hatten, trieben uns nach gut einer Woche wieder in südlichere Gefilde.

 

Die auf der Insel geschlossenen Freundschaften lockten uns im vergangenen Winter erneut nach Senja.

Bei besten Bedingungen konnten wir zahlreiche Skitouren genießen. Zusammen mit unseren norwegischen Freunden Kerstin, Bent und Mats versuchten wir uns an der damals noch nicht begangenen „Haute Route“ über die Gipfel der Insel. Ein Schlechtwettereinbruch am vierten Tag der Überschreitung machte unserem Traum jedoch ein stürmisches Ende! Somit war eine erneute, die dritte Reise in Richtung des nördlichen Polarkreises quasi vorprogrammiert.

 

Perfekt vorbereitet

 

Da trifft es sich natürlich vorzüglich, dass uns dieses Jahr die Firma Hymer aus Bad Waldsee großzügig mit einem nagelneuen Wohnmobil unterstützt!

Somit haben wir neben unglaublich viel Stauraum auch noch eine luxuriöse Wohngelegenheit.

Als absolute Wohnmobilneulinge, deren bisheriges Komfort-Niveau für skandinavische Winterreisen mit einem kleinen Zelt hinter dem Auto bestens abgedeckt war, stellt das natürlich eine vollkommen neue Dimension dar!

Nur vor den Fahreigenschaften eines so großen Fahrzeugs haben wir gehörig Respekt. Schließlich liegen knapp 10.000 Kilometer Fahrstrecke vor uns, davon mindestens 4.000 auf Schnee und Eis!

Doch das Hymermobil ist auch durch die widrigsten Straßenverhältnisse nicht aus der Ruhe zu bringen. Der zuschaltbare Allradantrieb beruhigt auf den steilen Fjordstrecken die Nerven zusätzlich.

 

Reiseabschnitts-Begleiter

 

Leider muss mein bewährter Tourenpartner Bernd kurzfristig wegen Krankheit absagen und ich stehe zwar bestens gerüstet, aber alleine da.

Da es sich als nicht ganz so einfach herausstellt, einen Mitfahrer zu finden, der spontan fünf Wochen Zeit hat, teilen sich drei Leute diese Zeit auf.

Vom heimatlichen Ulm aus begleitet mich meine Kollegin Maren mit in den Norden. Gut eine Woche später gesellt sich dann meine Freundin Toni dazu. Nach ein paar Tagen zu dritt muss Maren die Heimreise antreten.

Die folgenden zwei Wochen verbringen wir also zu zweit. Auch Toni muss zurück, so dass ich eine Woche alleine auf der Insel bin, doch in Bents kultiger Senja Lodge finde ich stets einen tollen Tourenpartner.

Auf der Heimreise begleitet mich schließlich mein Freund Holger. An dieser Stelle lässt sich bereits festhalten: Das Wechselspiel klappt.

 

Bestens ausgestattet kann es also zum dritten Mal in Richtung Senja losgehen! Die deutsche und dänische Autobahnstrecke ist so öde wie immer. Kaum haben wir jedoch die großen Seen im südlichen Schweden passiert, kommt bei Maren und mir immer mehr Urlaubsstimmung auf.

 

Polarlichter und menschenleere Skigebiete

 

Leider ist die Schneelage diesen Winter auch in Schweden eher dürftig und so streichen wir die erhofften Besuche bei den südlichen Skigebieten vom Programm und rollen gemütlich den Inlandsvägen in Richtung Norden hinauf.

Um etwas Zeit zu sparen, bringen wir große Streckenabschnitte nachts hinter uns. Dies stellt sich als gar nicht so einfach heraus, da uns immer wieder großartige Polarlichter zum Stehenbleiben und Staunen zwingen!

 

Mitten in der Nacht kommen wir im Örtchen Kvikkjokk an und machen es uns in unserer Luxuskutsche bequem.

Ein letzter Blick nach draußen und: schnell wieder raus! Der ganze Himmel scheint zu brennen! Das dürfen wir uns natürlich nicht entgehen lassen!

 

Zu noch recht unchristlicher Zeit spitzt die strahlende Morgensonne bereits wieder durch unser großes Dachfenster und so wird die Nachtruhe schon bald wieder beendet!

 

Kvikkjokk ist als das „Tor zum Sarek“ berühmt. Für uns steht diesmal jedoch keine weitere Tour in eines der wildesten Nationalpark-Gebiete Europas an, sondern nur ein kurzer Ausflug auf den Sjnjerak, den Hausberg der kleinen Ortschaft. Dieser bietet einen phänomenalen Blick, sowohl auf den südlichen Sarek mit dem dominierenden Pårte-Massiv und der Hochebene Iverlako im Norden als auch auf die Gipfel des Tarrekaise-Massivs und den Padjelanta-Nationalpark im Westen.

Der Spaßfaktor der Abfahrt steht der Qualität der Aussicht leider um einiges nach. Dafür kann dies das unschlagbare Elchsteak, das uns unsere Freundin Helena in der STF-Hütte zum Abendessen spendiert, spielend wieder ausgleichen.

 

Mehr Abfahrtsspaß versprechen wir uns von unserem nächsten Ziel! Noch am gleichen Abend rollen wir weiter nach Norden, das obligatorische Polarlicht immer über uns, bis wir gegen Mitternacht am Parkplatz des Skigebiets am Dundret, nahe der Bergwerksstadt Gällivare erreichen. Maren ist als Pistenfahrerin schon ganz wild auf eine vernünftige Abfahrtsstrecke ohne querliegende Bäume und gefrorene Schneewächten! Und dies bekommt sie auch zur genüge geboten! Ein fast menschenleeres Skiresort mit großartigem Ausblick über die Tundra schwedisch Lapplands. Als wir uns am späten Nachmittag wieder auf der E45 befinden und unseren Weg durch einen ausgewachsenen Schneesturm in Richtung Kiruna suchen, brennen wohl nicht nur mir die Oberschenkel ganz gewaltig!

 

Am Abend erreichen wir unser nächstes Ziel: das Skigebiet von Abisko.

„Nuolja-Offpist“ ist so in etwa wie la Grave in Schweden!

Ein altersschwacher Sessellift auf einen Berg südlich des Torneträsk und keine wirklich präparierte Abfahrtspiste. Dafür jedoch eine Menge steiler Rinnen, Flanken und eine unendliche Anzahl von Baumlinien. 

 

Handgeschriebenes Lift-Ticket

 

Der dichte Schneefall, der die ganze Nacht angehalten hat, sorgt am kommenden Morgen für erhebliche Verzögerungen, da im Kernbereich des Gebiets erst noch zahlreiche Lawinensprengungen stattfinden. Als wir am Liftschalter endlich unser handgeschriebenes Liftticket entgegennehmen, können wir es kaum erwarten!

 

Gut knietiefer, fluffiger Pulverschnee und außer uns so gut wie keine anderen Skifahrer – ein absoluter Traum, auch wenn wir bei den –28 °C und strammem Wind im Lift jedes Mal schier erfrieren. Die darauf folgende Abfahrt mit Blick auf Lapporten und den Torneträsk macht alles wett!

Wir fahren nach einem unschlagbaren Freeride-Tag weiter nach Norden!

Zwei tolle Skitouren, der Humpen und der Brosmetind, auf der Insel Kvaløya folgen, bevor wir auf Senja ankommen, dem eigentlichen Ziel unserer Reise.

Karte: Turkart Senja Nord, 1:50.000

Guiding: Senja Lodge & Mountainguides

 

22. April 2017

Karte: Turkart Senja Nord, 1:50.000

Guiding: Senja Lodge & Mountainguides

 

06. April 2017

Schreck-Sekunde

 

Nur noch wenige Schritte und wir stehen auf dem Gipfel der Segla! Dieses Jahr können wir sogar ganz nach oben die Ski an den Füßen lassen, was bei diesem recht eigenwilligen Skitourenziel alles andere als selbstverständlich ist. Und dabei hatte alles eher weniger vielversprechend begonnen.

 

Denn Tags zuvor stolpert meine Freundin Toni bei einer Abfahrt vom Gipfel des benachbarten Roalden über eine gefrorene Schneewächte und schlittert gut 50 Meter kopfüber den Berg hinunter - keine drei Schwünge von einem gut 400 Meter tiefen, senkrechten Steilabbruch entfernt. Der Schreck sitzt ihr natürlich ziemlich in den Gliedern und der Genuss der eigentlich noch traumhaft schönen Traverse über den Höhenzug zum Litlehesten bleibt ein wenig auf der Strecke.

 

Allrad bewährt sich

 

Der kommende Morgen empfängt uns mit Schneeschauern bei – für die nördliche Lage – sehr milden Temperaturen.

Bent empfiehlt uns einen kleinen, unscheinbaren Hügel mit dem Namen Arnakken, nahe der Ortschaft Fjordgård im Ørnjorden. Die Straße dorthin ist vom Schneefall der vergangenen Nacht noch unter einer ansehnlichen Schneedecke bedeckt und spätestens bei der seilen Auffahrt zum Parkplatz oberhalb der Schule in Fjordgård sind wir mehr als dankbar für den zuschaltbaren Allradantrieb und das mit reichlich Bodenfreiheit gesegnete Fahrwerk unseres Hymer-Sprinters. Ein Kopfdruck und schon brummt der kräftige Diesel brav die steilen Kurven hinauf.

 

Während wir uns startklar machen, lässt der Schneefall immer mehr nach und der Wind reißt die ersten Löcher in die dünner werdende Wolkendecke. Auf dem Weg zum Storevatnet zeigen sich sogar schon die ersten Sonnenstrahlen, und Tonis Selbstvertrauen kommt mit jedem Schritt bergauf mehr zurück. Zu unserer Rechten taucht der perfekte Abfahrtshang der Segla auf und sieht mehr als einladend zu uns herüber.

 

Ich würde ja schon recht gerne die tolle Abfahrt vom vergangenen Jahr wiederholen, nach dem Sturz von gestern weiß ich jedoch nicht so recht, ob meine bessere Hälfte dies auch so sieht. Aber einen Versuch wäre es doch Wert!? Zur Not könnten wir ja noch immer umkehren und zum Arnakken zurückkehren.

 

Steil und anstrengend

 

Ich denke so vor mich hin, während ich in Tonis Spur hinterher stapfe. Plötzlich bleibt sie stehen und sieht mich fragend an. „Meinst Du ich komme da hoch? Und vor allem auch wieder runter? Können wir einen Versuch starten?“

Immerhin ist die Lage des Berges, direkt über einem 300 Meter hohen, senkrechten Abbruch hinunter in den Mefjorden, schon Respekt einflößend ist.

  

Alles klar, wir ändern unseren Kurs nach Nordosten ab und stapfen durch dichtes Birkengestrüpp in Richtung Segla.

Auf dem Grat zwischen den Gipfeln des Barden und der Segla angekommen empfängt uns neben der phänomenalen Aussicht über den von spektakulären Gipfeln eigerahmten Fjord auch die Sonne! Das Schneegestöber des Vormittags ist nun endgültig passe. Eine flotte Brise versucht die letzten Wolken zu vertreiben. Die Pause haben wir uns redlich verdient, und so sitzen wir erst einmal eine ganze Zeit lang auf einer Felsplatte und genießen die Wärme. 

 

Abendspaziergang“ der besonderen Art

 

Eile brauchen wir jetzt hier im April nicht mehr haben, vor 21 Uhr wird es nicht dunkel. Auch ein Vorteil wenn man so weit nördlich des Polarkreises unterwegs ist! Von unserem Brotzeitplatz aus sieht die restliche Strecke bis zum Gipfel eher aus wie ein kurzer Spaziergang, immer an der Abbruchkante entlang!

 

Im vergangenen Jahr konnte ich den Gipfel bereits zusammen mit Bernd erreichen und weiß, dass vor allem der erste Abschnitt „gut geneigt“ ist. Am Abend nach der Tour erzählt uns Bent, dass der untere Teil zwischen 38° und 40° Hangneigung aufweist, der obere immerhin noch gut 30°. Dazu der atemberaubende Tiefblick über die Wand hinaus ins Meer macht den Anstieg zu einem spannenden Erlebnis. Im Gegensatz zum letzten Mal haben wir heute jedoch perfekten Schnee. Und so zieht Toni die steile Spur ohne Probleme hinauf. Ich bin richtig stolz auf sie!

 

Ab und zu bleibt jetzt wieder eine kleine Wolke am Berg hängen und beschert uns damit ein alpines Ambiente! Im obersten Teil flacht der Hang zunehmend ab und wir dehnen unsere Spur weiter nach rechts aus. Doch auch hierbei ist Vorsicht angesagt! Auf ihrer Nordostseite bricht die Segla ebenfalls senkrecht bis überhängend ab. Dafür haben wir auch hier einen tollen Tiefblick auf das idyllische Fischerdörfchen Fjordgård.

 

Wetterkapriolen mit gutem Ausgang

 

Nun sitzen wir also auf dem 640 Meter hohen Gipfel und sehen fürs erste – NICHTS!!!

Gerade als wir einen der spektakulärsten Gipfel Senjas erreichen, beschließt Petrus, dass es jetzt erst einmal reicht mit der strahlenden Sonne und setzt eine fette Wolke direkt auf „unsere“ Bergspitze! Keine Ahnung woher die so plötzlich herkommt. Dazu beginnt es zu schneien, was das Zeug hält!

 

Aber die Erfahrung der letzten Stunden hat uns gezeigt, dass dies nicht von langer Dauer sein wird. Und tatsächlich – nach einem recht winterlichen Gipfelimbiss kommt die Sonne zurück!

 

Erst präsentiert sie uns einen riesengroßen doppelten Halo, dann vertreibt sie die letzten Wolken und wir genießen ein großartiges Panorama: Der zerklüftete Gipfel des Breitinden, mit 1.017 Metern der höchste Gipfel auf Norwegens zweitgrößter Insel, schließt den Mefjorden fast schon majestätisch nach Süden hin ab. Weiter westlich reiht sich ein Skitouren- und Alpinklettertraum an den nächsten: Store Hesten, Roalden und Burstind sind nur einige wenige davon.

Auf der östlichen Seite der Segla flankieren die Gipfel von Keipen und Grytetippen den Ørnfjorden.

An den wilden Gipfel nördlich von uns versuchten sich schon mehrfach norwegische und britische Klettergrößen an einer vollständigen Überquerung der spektakulären Gratlinie im Winter, bisher gelang dies jedoch keinem Aspiranten.

 

Der Kitzel im Bauch

 

Wir liegen flach auf einer kleinen Felsplatte direkt auf dem Gipfel und genießen den Kitzel im Bauch! Der Gipfel hängt leicht über, und so haben wir freien Tiefblick auf die Brandung, die 640 Meter unter uns an die Klippen donnert.

 

Da uns schön langsam frisch wird, bereiten wir uns auf die Abfahrt vor. Bei den ersten paar Schwüngen ist Tonis Anspannung nach dem gestrigen Abflug noch deutlich zu spüren. Doch schon bald findet sie ihren Rhythmus wieder und es geht locker und flott bergab – dem irren Tiefblick zum Trotz! Der Schnee ist traumhaft fluffig und herrlich zu fahren.

 

Nach dem steilen Abschnitt folgt noch das unvermeidliche Gestochere im Birkengemüse und schon stehen wir an unserem gemütlichen Hymer-Mobil.

Diesen Abend brauchen wir es ausnahmsweise nur für die Rückfahrt nach Mefjordvær, wo uns Bent in seiner kuscheligen Lodge noch einmal einen Platz anbietet.

Karte: Turkart Senja Nord, 1:50.000

Guiding: Senja Lodge & Mountainguides

 

31. März 2016

 

 

Karte: Turkart Senja Nord, 1:50.000

Guiding: Senja Lodge & Mountainguides

 

24. März 2015

INFOS

 

Senja

Bent Vidar Eilertsen, Manager und Leadguide der Senja Loge in Mefjordvær bezeichnet die zweitgrößte Insel des Landes gerne als „Norwegen in Miniatur“.

Sie liegt nördlich des 69-sten Breitengrads, etwas südlich der Stadt Tromsø und bedeckt eine Fläche von etwa 1.586 Quadratkilometern.

Die von etwa 7.800 Menschen bewohnte Insel Senja liegt exponiert an der Küste und bekommt somit entsprechend harsches Klima ab.

Während im Norden der Insel tief eingeschnittene Fjorde und sehr alpin anmutende Berge dominieren, sind es weiter im Süden eher runde Hügel und breite Täler.

Ein Highlight ist der Ånderdalen-Nationalpark. Auf seinen knapp 125 Quadratkilometern schützt er weite Teile der noch beinahe unberührten Küstenlandschaft.

Dank des kleinen, aber feinen Straßennetzes auf der Insel und vor allem Dank der zahlreichen Tunnel, ist die Insel auch im tiefsten Winter bestens per Auto erreichbar.

 

An- & Abreise/Alternativen unterwegs

Per Flugzeug via Oslo sind die am günstigsten gelegenen Zielflughäfen Bardufoss und Tromsø.

Am besten dann weiter mit einem Mietwagen via Finnsnes auf die Insel.

Achtung: die Fährverbindung Tromsø – Kvaløya – Lysnes auf Senja besteht in den Wintermonaten nur als Personenfähre!

Mit dem eigenen Pkw empfiehlt sich die Anreise über Schweden. Entweder via Inlandsvägen

(E 45) oder am Bottnischen Meer entlang auf der E4.

Beide Strecken verlaufen auf den letzten Kilometern über Kiruna und Narvik nach Finnsnes auf Senja.

 

Unterkunft

Überall auf der Insel verstreut stehen die unterschiedlichsten Arten von Unterkünften zur Verfügung. Von der einfachen Hütte bis hin zur Nobelhotel ist alles zu finden. Viele davon haben auch zur Winterszeit offen, da die Fischerei vor allem zu dieser Jahreszeit viele Gäste anzieht.

Wir selbst hatten uns im ersten Jahr im Mefjord Brygge Hotel eingemietet, im zweiten fanden wir bei Bent in der Senja Lodge, gleich vis-a-vis Unterschlupf. Ein günstig gelegener Campingplatz mit gemütlichen Hütten findet sich kurz vor Senjahopen in Fjordbotn.

 

Senja Lodge & Mountainguides (www.senjalodge.com)

Die Lodge ist wahrscheinlich der perfekte Anlaufpunkt für alle Senja-Aspiranten, egal ob Eis- und Alpinkletterer oder Skitourengeher! Nicht umsonst gehen hier Klettergrößen wie Ines Papert ein und aus! Hier bekommt man kleine, gemütliche Zimmer für einen finanzierbaren Preis geboten. Es stehen eine geräumige, voll ausgestattete Küche und ein uriges Wohnzimmer mit einer großartigen Bibliothek zur Verfügung. Eine gute zweckmäßige Skiwerkstatt und ein feiner Trockenraum perfektionieren die Unterkunft. Wer Bedenken seitens seiner Fähigkeiten in Sachen Wegfindung und Lawinensicherheit hat, findet in Bent nicht nur ein wandelndes Lexikon über die Insel, sondern auch einen klasse Tourenführer!

 

Beste Reisezeit

Das Wetter an der Polarmeerküste ist oft unvorhersehbar und extrem wechselhaft. Trotzdem bietet Senja eine überraschende Schneesicherheit. Eine Reise nach hierher mit Blick auf die Wetterkarte zu planen macht recht wenig Sinn. Praktischer ist es da schon, genügend Zeit und ein paar gute Bücher mit einzupacken und eine Schlechtwetterfront vor Ort auszusitzen. Tage mit perfekten Bedingungen und solche mit Weltuntergangsstimmung wechseln sich recht häufig und unmittelbar ab. Hin und wieder kann sich der nordische Wettergott jedoch auch zu etwas längeren Wetterfenstern mit besten Bedingungen durchringen.

 

Die beste Zeit um auf Ski unterwegs zu sein, ist zwischen Ende Februar und Ende Mai. Nachdem es im Mai schon mit großen Schritten auf die Mitternachtssonne zu geht, wird hier wieder etwas ganz Besonderes geboten – auch wenn dies zu Lasten der Polarlichter geht, die man wegen der Helligkeit dann irgendwann einfach nicht mehr sehen kann.