Donau

Die Donau in Ulm.
Die Donau in Ulm.

Die Donau ist, nach der Wolga, der zweitlängste Fluss Europas, und mündet nach 2850 km in das Schwarze Meer.

Sie entspringt durch den Zusammenfluss der Schwarzwaldbäche Brigach und Breg im schwäbischen Donaueschingen und mündet östlich des rumänischen Städtchens Tulcea in einem phantastischen Delta ins Schwarze Meer.

Der hier beschriebene Abschnitt zwischen der Dreiflüssestadt Passau und der Ortschaft Erlau begleitet die Donau auf ihren letzten bayerischen Kilometern bis zur österreichischen Grenze.

Von Passau nach Erlau

Etwa 625 Kilometer weit ist das Wasser der Donau bereits geflossen, wenn wir am Bootsanlegeplatz der Wasserwacht Passau in der Vilshofener Straße in unsere Boote steigen.

Die Autos haben wir sinnvollerweise schon einmal in der Nähe des Hacklberger Biergartens abgestellt. Wegen des gut ausgebauten Radwanderweges wird weniger ein Auto zum Umsetzen nötig sein, als vielmehr eine Erfrischung nach dem Zurückradeln. Wer nicht schon zuvor die Fahrräder am Ausstieg deponieren will, kann den Rückweg auch problemlos mit Inline-Skates bewältigen.

 

Beim Paddeln sollte im Stadtgebiet von Passau der orographisch linken Uferseite der Vorzug gegeben werden, um nicht den am rechten Ufer an- und ablegenden Ausflugsschiffen ins Gehege zu kommen.

Auf recht ordentlich strömendem Wasser geht es der Schanzlbrücke entgegen. Entlang der Fritz-Schäffer-Promenade genießen wir den herrlichen Blick auf das „bayerische Venedig“. Der Dom und, etwas weiter flussabwärts, das Rathaus beherrschen das Stadtbild. Kurz nach der nächsten Brücke, der Hänge- oder Luitpoldbrücke, folgt am linken Ufer die Veste Niederhaus mit ihrer massiven Verbindungsmauer hinauf nach Oberhaus. Eingerahmt von bunten Blättern ist die Burganlage vor allem im Herbst ein toller Anblick.

Vor lauter Staunen sollte man die tückischen Felsbrocken in der unmittelbar nach der Veste folgenden Ilzmündung nicht übersehen. Schräg gegenüber schießt der Inn mit seinem trüben Gletscherwasser förmlich in die Donau und staut diese, je nach Wasserstand, sogar mehr oder weniger zurück. Nach längeren Trockenperioden bieten ein paar kleine, mitten in der Innmündung gelegene Sandbänke eine nicht ganz alltägliche Perspektive auf die Ortspitze und die dahinter gelegene Altstadt. Auch der etwas Innaufwärts gelegene Schaiblingsturm ist von hier aus noch zu sehen. Über dem ganzen Szenario thront die berühmte Wallfahrtskirche Mariahilf hoch über der Innstadt.

Begegnet man hier allerdings einem flussaufwärts fahrenden Ausflugsschiff oder einem Schlepper muss wegen der starken Strömung des Inns mit hohen Wellen gerechnet werden.

Nachdem wir die Ortspitze passiert haben lassen wir Passau schnell zurück und erreichen schon bald die alte Zahnradfabrik und die Kreutelsteiner Eisenbahnbrücke. Die in der folgenden Rechtskurve liegende Insel Soldatenau befindet sich bereits auf österreichischem Boden und darf aus Natur- und Wasserschutzgründen nicht betreten werden.

Bis hierher hat uns die Strömung die meiste Paddelarbeit abgenommen doch auf der nun folgenden Geraden müssen wir zum ersten Mal richtig arbeiten. Schön langsam macht sich der Rückstau des Kraftwerks in Jochenstein, das noch gut 15 Kilometer Donauabwärts liegt, bemerkbar.

Kurz vor der, aus dem 14. Jahrhundert stammenden, österreichischen Burg Krempelstein biegen wir nach links in die Mündung der Erlau ein.

Hier liegt ein größerer Parkplatz direkt am Fluss und eignet sich daher perfekt zum Abstellen der Fahrräder.

Beste Zeit: ganzjährig, am schönsten an einem sonnigen Herbsttag

 

Gefahren: Achtung auf den regen Schiffsverkehr!

 

Kanugewässer in der näheren Umgebung: Inn, Ilz, Wolfsteiner Ohe

 

Bootsverleih & geführte Touren: KKO Kajakladen, Markus Kapfer, Lieblmühle 4, 94051 Hauzenberg, Tel. 08586-947442, info@kajakladen.comwww.kajakladen.com

 

Auskunft: Tourist-Information Passau, Rathausplatz 2, 94030 Passau, Tel. 0851-95598-0, tourist-info@passau.de,www.passau.de

 

Unterkunft: Zeltplatz Ilzstadt, Halster Straße 34, 94034 Passau, Tel. 0851-41457, info@camping-passau.de, Campingbusse nur nach Voranmeldung, keine Wohnwagen oder Wohnmobile!

Dreiflüsse-Camping Irring, Am Sonnenhang 8, 94113 Tiefenbach, Tel. 08546-633, dreifluessecamping@t-online.de,www.dreifluessecamping.privat.t-online.de,

 

Gastronomie: Biergarten Hacklberg, Bräuhausplatz 7, 94034 Passau, Tel. 0851-58382,

office@hacklberger-braeustueberl.dewww.hacklberger-braeustueberl.de

Hl.-Geist-Stift-Schenke & Stiftskeller, Heiliggeistgasse 4, 94032 Passau, Tel. 0851-2607,

info@stiftskeller-passau.dewww.stiftskeller-passau.de

 

Sehenswertes: Dom, Altstadt, Römerkastell, Veste Oberhaus mit Museum, Glasmuseum, Mariahilf

 

Alternativen: Wanderungen & Fahrradtouren im Inn- und Ilztal, Inntalklettergarten

 

Etappe: Passau-Hacklberg bis Erlau 13 Kilometer

Passau-Hacklberg bis Jochenstein 23 Kilometer

 

 

Literatur & Karten:

+ Kanuwanderführer Bayern vom Bayerischen Kanuverband

+ Merian: „Die Donau von der Quelle bis zur Mündung“ & „Passau und der Bayerische Wald“

+ UK50-30 Naturpark Bayerischer Wald, südlicher Teil, 1:50.000, Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, Bayern, EAN: 9783899336382

September 1998

Weltenburger Donaudurchbruch

 Am großen Parkplatz beim Kloster Weltenburg starten wir unsere herbstliche Tour durch den Donaudurchbruch zwischen Weltenburg und Kehlheim, einem europäischen Naturdenkmal. Dieses wunderbare Teilstück der Donau konnte in den fünfziger Jahren nur dank massiver Proteste vor dem Aufstauen gerettet werden.

Trotz oder gerade wegen der herbstlichen Witterung schlendern viele Tagesausflügler am Donauufer entlang. Nach einer kurzen Einkehr in der Klosterwirtschaft lassen sie sich anschließend noch mit einem der Ausflugsschiffe durch den Donaudurchbruch mitnehmen.

Uns trägt der Stromzug gleich zügig an Spaziergängern vorbei. Gleich nach der ersten Rechtskurve sehen wir schon einige beeindruckende Kalkfelsen. Rechts von uns befindet sich das Kloster Weltenburg mit seiner barocken Klosterkirche. Die Berühmtheit dieser Klosterkirche verdankt sie ihren Baumeistern und Ausstattern, den Gebrüdern Cosmas Damian und Egid Quirin Asam.

Hier ist auch bereits den Bootsanlegesteg, an dem schon eine lange Schlange auf das gerade eintreffende Boot wartet, zu sehen. Die Ausflugsdampfer sollte man immer im Auge behalten, stellen sie doch die einzige Gefahr für den Bootfahrer auf dieser ruhigen Paddelstrecke dar.

Flott fahren wir an den Wartenden vorbei und genießen den Blick auf den sich öffnenden Donaudurchbruch. An uns vorbei ziehen beeindruckende Felsgebilde, die Namen wie „Der bayerische Löwe“, „Bischofsmütze“ oder „Zwei sich Küssende“ tragen. Die „Lange Wand“ trägt noch in verschiedenen Höhen eiserne Ringe, welche früher die Schiffsleute benutzten, um ihre Zillen flussaufwärts zu ziehen.

An den Hängen links und rechts von uns zeigt sich in den Mischwäldern schon der nahende Herbst. Beim Blick auf diese urwüchsige Landschaft wundert es einen nicht, dass es schon unsere Vorfahren in der Steinzeit in diese Gegend gezogen hat. Auch die Kelten haben ihre Spuren hinterlassen, so findet man in den Wäldern ringsum Hügelgräber und keltische Viereckschanzen.

Linksufrig sehen wir von unseren Booten aus den Wander- und Fahrradweg, der, will man nicht mit dem Auto umsetzen, zum Zurückwandern oder -radeln einlädt. In Weltenburg muss dann allerdings mit der Fähre an die andere Donauseite übergesetzt werden. Natürlich kann auch eines der Ausflugsschiffe benutzt werden, um an den Ausgangspunkt der Fahrt zurückzukehren.

Am linken Ufer bietet es sich an in einer kleinen Wirtschaft, dem Klösterl, früher eine alte Einsiedelei, nochmal eine kurze Rast einzulegen, bevor man das letzte Drittel der Paddelstrecke angeht. Hier grüßen den Vorbeifahrenden noch der „Räuberfelsen“, die „Räuberhöhle“ und „Napoleons Reisekoffer“ und von oben blickt die Befreiungshalle auf den Lauf der Donau.

Den Donaudurchbruch hinter uns lassend, ist die wunderbare Fahrt leider schon viel zu bald zu Ende und wir steuern bereits auf Kehlheim zu, wo wir gleich an der ersten Straßenbrücke an einem kleinen Parkplatz aussteigen.

 

 

 

Etappen und Entfernungen: Kloster Weltenburg bis Kehlheim 6 km

 

Beste Zeit: Ganzjährig, am schönsten an einem sonnigen Herbsttag!

 

Gefahren: Achtung auf die Ausflugsdampfer und Motorboote.

 

Fremdenverkehrsinfo: Touristeninformation Kehlheim

 

Kanugewässer der näheren Umgebung: Altmühl

 

Sehenswertes: Kloster Weltenburg, ein altes Benediktinerkloster mit barocker Klosterkirche, Kehlheim mit Befreiungshalle und Archäologischem Museum, Römerkastell Abusina in Eining (nur sonntags geöffnet), Tropfsteinhöhle Schulerloch in Oberau

 

Alternativen: Radweg am linken Donauufer, Bootsfahrt mit dem Ausflugsschiff, Schwefelbad in Bad Gögging, Erlebnisbad Keldorado 

 

Buchtipps/Karten:

Kanuwandern in Bayern erschienen im DKV-Verlag

Merian: „Die Donau von Ulm bis Passau“

Walter Frentz, „In den Schluchten Europas“, Pollner Verlag

16. September 2019

02. Januar 2017

Juni 2009