Donau

Die Donau ist, nach der Wolga, der zweitlängste Fluss Europas, und mündet nach 2850 km in das Schwarze Meer. Ihren Namen trägt die Donau erst ab Donaueschingen, nach dem Zusammenfluss von Brigach und Breg.

Durch die vielen wasserwirtschaftlichen Eingriffe empfiehlt sich eine durchgehende Befahrung der Donau nicht oder ist unter Umständen recht mühsam. Es seien hier nur einige ausgesuchte Streckenabschnitte genannt, wie z.B. das beeindruckende Durchbruchstal der oberen Donau zwischen Geisingen und Sigmaringen in der schwäbischen Alb, der gewaltige Donaudurchbruch zwischen Weltenburg und Kehlheim oder die reizvolle Strecke bei Passau. 

Weltenburger Donaudurchbruch

 

Am großen Parkplatz beim Kloster Weltenburg starten wir unsere herbstliche Tour durch den Donaudurchbruch zwischen Weltenburg und Kehlheim, einem europäischen Naturdenkmal. Dieses wunderbare Teilstück der Donau konnte in den fünfziger Jahren nur dank massiver Proteste vor dem Aufstauen gerettet werden.

Trotz oder gerade wegen der herbstlichen Witterung schlendern viele Tagesausflügler am Donauufer entlang. Nach einer kurzen Einkehr in der Klosterwirtschaft lassen sie sich anschließend noch mit einem der Ausflugsschiffe durch den Donaudurchbruch mitnehmen.

Uns trägt der Stromzug gleich zügig an Spaziergängern vorbei. Gleich nach der ersten Rechtskurve sehen wir schon einige beeindruckende Kalkfelsen. Rechts von uns befindet sich das Kloster Weltenburg mit seiner barocken Klosterkirche. Die Berühmtheit dieser Klosterkirche verdankt sie ihren Baumeistern und Ausstattern, den Gebrüdern Cosmas Damian und Egid Quirin Asam.

Hier ist auch bereits den Bootsanlegesteg, an dem schon eine lange Schlange auf das gerade eintreffende Boot wartet, zu sehen. Die Ausflugsdampfer sollte man immer im Auge behalten, stellen sie doch die einzige Gefahr für den Bootfahrer auf dieser ruhigen Paddelstrecke dar.

Flott fahren wir an den Wartenden vorbei und genießen den Blick auf den sich öffnenden Donaudurchbruch. An uns vorbei ziehen beeindruckende Felsgebilde, die Namen wie „Der bayerische Löwe“, „Bischofsmütze“ oder „Zwei sich Küssende“ tragen. Die „Lange Wand“ trägt noch in verschiedenen Höhen eiserne Ringe, welche früher die Schiffsleute benutzten, um ihre Zillen flussaufwärts zu ziehen.

An den Hängen links und rechts von uns zeigt sich in den Mischwäldern schon der nahende Herbst. Beim Blick auf diese urwüchsige Landschaft wundert es einen nicht, dass es schon unsere Vorfahren in der Steinzeit in diese Gegend gezogen hat. Auch die Kelten haben ihre Spuren hinterlassen, so findet man in den Wäldern ringsum Hügelgräber und keltische Viereckschanzen.

Linksufrig sehen wir von unseren Booten aus den Wander- und Fahrradweg, der, will man nicht mit dem Auto umsetzen, zum Zurückwandern oder -radeln einlädt. In Weltenburg muss dann allerdings mit der Fähre an die andere Donauseite übergesetzt werden. Natürlich kann auch eines der Ausflugsschiffe benutzt werden, um an den Ausgangspunkt der Fahrt zurückzukehren.

Am linken Ufer bietet es sich an in einer kleinen Wirtschaft, dem Klösterl, früher eine alte Einsiedelei, nochmal eine kurze Rast einzulegen, bevor man das letzte Drittel der Paddelstrecke angeht. Hier grüßen den Vorbeifahrenden noch der „Räuberfelsen“, die „Räuberhöhle“ und „Napoleons Reisekoffer“ und von oben blickt die Befreiungshalle auf den Lauf der Donau.

Den Donaudurchbruch hinter uns lassend, ist die wunderbare Fahrt leider schon viel zu bald zu Ende und wir steuern bereits auf Kehlheim zu, wo wir gleich an der ersten Straßenbrücke an einem kleinen Parkplatz aussteigen.


 

 

September 1998

Etappen und Entfernungen: Kloster Weltenburg bis Kehlheim 6 km

 

Beste Zeit: Ganzjährig, am schönsten an einem sonnigen Herbsttag!

 

Gefahren: Achtung auf die Ausflugsdampfer und Motorboote.

 

Fremdenverkehrsinfo: Touristeninformation Kehlheim

 

Kanugewässer der näheren Umgebung: Altmühl

 

Sehenswertes: Kloster Weltenburg, ein altes Benediktinerkloster mit barocker Klosterkirche, Kehlheim mit Befreiungshalle und Archäologischem Museum, Römerkastell Abusina in Eining (nur sonntags geöffnet), Tropfsteinhöhle Schulerloch in Oberau

 

Alternativen: Radweg am linken Donauufer, Bootsfahrt mit dem Ausflugsschiff, Schwefelbad in Bad Gögging, Erlebnisbad Keldorado 

 

Buchtipps/Karten:

Kanuwandern in Bayern erschienen im DKV-Verlag

Merian: „Die Donau von Ulm bis Passau“

Walter Frentz, „In den Schluchten Europas“, Pollner Verlag

02. Januar 2017

Juni 2009